Juni-Übung: Strahlrohr-Führung

Löschen? Na klar! Aber bitte richtig...!

Ein jedes Handwerk will gelernt sein. Und so schaut es auch erst mal recht einfach aus, wenn es brennt, und der vorgehende Angriffstrupp der eintreffenden Feuerwehr das Feuer mit einem zumeist C-Schlauch von Außen oder im Innenangriff zum Erlöschen bringt. Doch auch das Löschen ist eine Kunst, deren Fertigkeit in Übungen vertieft werden muss, und so widmete sich unsere Übung im Juni dem Thema Strahlrohrführung. 

Die Feuerwehr besteht seit Urzeiten aus Mannschaft und Gerät. Hinzu muss man eigentlich Taktik, Ausbildung und Strategie nehmen, denn heutzutage weiß man, dass nur ein Bruchteil des Schadens nach einem Feuer durch den Brand entsteht.

Gleichsam tragen Rauch und Wasser zur Erhöhung der Schadensummen bei und gerade Wasserschäden sind oft langwieriger zu beseitigen und haben durch das Gewicht und die Fließeigenschaften von Wasser zumeist auch Folgen für die Statik von Objekten.

Insofern gilt es für den vorgehenden Trupp im Innenangriff, so viel Wasser wie möglich für den Eigenschutz und die Bekämpfung des Feuers zu verwenden, aber auch nur so viel Wasser wie nötig, um Folgeschäden so klein wie möglich zu halten und die Statik des Objektes nicht allzu stark auf die Probe zu stellen. 

Moderne Stahlrohre wie unser Hohlstrahlrohr „Typ München“ ermöglichen verschiedene Durchflussmengen sowie differenzierte Strahltypen. Unterschieden wird zum Beispiel in Vollstrahl und Sprühstrahl. Die gab es bei den älteren und klassischen CM-Strahlrohren auch schon. Neu ist die Mannschutzbrause, die den Trupp im Falle einer Durchzündung vor dem Feuer schützen soll. 

So muss der Trupp in der wortwörtlichen Hitze des Gefechts erkennen, in welchem Stadium sich ein Feuer jeweils befindet, muss feststellen, welche Temperatur der gefährliche Brandrauch hat, um eine mögliche Durchzündung durch die etwaige Zufuhr von Sauerstoff oder durch die Hitzeentwicklung des eigentlichen Feuers zu verhindern. 

Denn für jede Situation gibt es das richtige Vorgehen am Strahlrohr. Letztlich besteht ein Feuer immer aus Sauerstoff, Brennstoff und der richtigen Zündtemperatur. Aufgabe des Trupps ist es also, mit der richtigen Strahlrohr-Einstellung und -Führung eine dieser Bedingungen zu entfernen, damit das Feuer erlöscht.
Wasser zum Beispiel hat eine kühlende Wirkung und nimmt im Sprühstrahl dem Brandherd zusätzlich Sauerstoff. 

Man könnte diesem Thema Stunden widmen, denn es ist eine physikalische und chemische Wissenschaft für sich, aber für mehr Fragen dazu kommt doch einfach mal bei uns vorbei. 

Unsere Kameraden haben sich auf jeden Fall toll in der Übung bewährt und so kann sich der Stadtteil Waldtrudering auch weiterhin auf seine Feuerwehr verlassen, die ihr Handwerk wie ein jeder Meister beherrscht.