Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Amoklaufs am OEZ

Am 22. Juli 2016 tötet ein 18-jähriger Schüler am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) neun Menschen, weitere werden durch Schüsse verletzt. Ein Jahr später wurde der Opfer dieser Amoktat gedacht.

Noch immer sind die Wunden bei vielen Betroffenen nicht verheilt. Dennoch oder gerade deshalb waren auch viele Angehörige und Freunde der Opfer unter den Anwesenden bei der Gedenkveranstaltung am OEZ.

Wir waren vor einem Jahr mit 400 ehrenamtlichen Feuerwehr-Einsatzkräften in verschiedenen Funktionen an mehreren Einsatzstellen tätig. In einem Einsatz, der sich anders als alle sonstigen Einsätze entwickelte. Denn jeder von uns war nicht nur Feuerwehrler, sondern auch potentiell betroffen – ob über Familienangehörige, Freunde oder Bekannte, die sich irgendwo im Stadtgebiet München aufhielten. Eine Ungewissheit und Unklarheit der Lage, die mehrere Stunden andauerte. An diese Gedanken wurden unsere Kameradinnen und Kameraden erinnert, die der Gedenkveranstaltung ebenfalls beiwohnten.

Am Gedenkort wurde ein Denkmal enthüllt, das in Form eines Freundschaftsringes mit neun Schmucksteinen – ein Stein für jedes Opfer – einen Lebensbaum umfasst. Sowohl Vertreter der Stadt und des Freistaates kamen zu Wort als auch Betroffene des Amoklaufs. An die bewegenden Reden schloss sich eine ökumenische Gedenkfeier an.

Bildnachweis: Michael Nagy/Presseamt München

Auszug aus der Rede des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

Verehrte Mitglieder der Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und der Polizei!

Ihnen danke ich aus ganzem Herzen. Sie waren vor einem Jahr direkt hier vor Ort. Sie waren bei den Ersten, die mit dem Anblick des Schreckens konfrontiert wurden. Sie mussten hinsehen und handeln. Unter schwierigsten Bedingungen haben Sie alles getan, um Verletzte zu retten und Opfer zu bergen. Als Helfer stellten Sie sich dem Unfassbaren entgegen, packten an und müssen bis heute mit diesen schrecklichen Bildern leben.

Sie und viele Menschen aus ganz München sind in den Stunden nach dem Attentat über sich hinausgewachsen: Notärzte und Rettungssanitäter, Mediziner und Krankenschwestern, Kriseninterventionsteams und Seelsorger, Feuerwehr und Polizei. Aber auch Nachbarn und Passanten, die Hilfesuchenden spontan Obdach gewährt haben.

Vergelt’s Gott für diesen unbezahlbaren Dienst am Nächsten!

Bericht vom Anschlagsort vor der Enthüllung des Denkmals

Quelle: BR24